Der Unterrichtsinhalt Die Weimarer Republik führte zu einer Abkehrung von der Schule der Kaiserzeit und  damit zu Veränderungen im Unterricht und im Schulleben. Bereits 1919 hatte der  "Deutsche Lehrerverein" ein schulpolitisches Programm verabschiedet, das auf den  Forderungen der Revolution von 1848 beruhte. Darin waren sämtliche Grundprinzipien  einer demokratischen Schule enthalten.   Vielfältig flossen Ideen der Reformpädagogik in den Schulalltag ein. Jungen und  Mädchen wurden nicht mehr getrennt sondern gemeinsam unterrichtet. Begünstigt  wurde diese Entwicklung, weil es keinen starren Lehrplan gab. Das sächsische  Volksbildungsministerium gab erst 1928 einen Lehrplan heraus, der für alle  Volksschulen des Landes verbindlich war. Ihm folgte 1929 ein vom Bezirksschulrat und  dem Bezirkslehrerrat erarbeiteter Lehrplan, der für die Dresdner Volksschulen galt. Er  sah folgende Fächer vor: Deutsch mit Lesen und Schreiben, Gesang, Religion oder  Lebenskunde, Geschichte und Staatsbürgerkunde, Erd- und Naturkunde, Rechnen  und Raumlehre sowie Zeichnen. Besonderen Wert legte der Plan auf Werk- und  Handfertigkeitsunterricht sowie den planmäßigen Unterricht in Leibesübungen mit  Turnen, Jugendspielen, Wandern, Schwimmen. Zusätzlich zu den genannten  Unterrichtsfächern wurde in der Oberstufe der Volksschulen wahlfreier Unterricht in  Englisch, Stenografie und Esperanto angeboten.  Das höhere Schulwesen dagegen blieb längere Zeit fast unverändert. Erst im Jahre 1926 legte das Sächsische Volksbildungsministerium in  einer Denkschrift Neuordnungspläne dafür vor, die eine größere Vereinheitlichung der verschiedenen Schultypen auf der Unter- und Mittelstufe  vorsahen. Ein neuer Landeslehrplan für die höheren Schulen wurde gar erst 1932 herausgegeben. Ansätze für Veränderungen hatte es jedoch  bereits früher gegeben. So erfolgte an den sächsischen Gymnasien und Realgymnasien eine "Gabelung" in eine sprachlich-historische oder  mathematisch-naturwissenschaftliche Abteilung.  Anregungen aus der Reformpädagogik, so etwa größere Selbstständigkeit der Schüler und Arbeitsunterricht als Unterrichtsprinzip, hielten  auch an den höheren Schulen Einzug. Die Stundenzahl für Deutsch, Geschichte und Staatsbürgerkunde, Erdkunde und Zeichnen wurden  ebenso erhöht wie die für naturwissenschaftliche Übungen. Außerdem wurden 1919 an den höheren Schulen in Sachsen - das damit auf  diesem Gebiet Vorreiter war - regelmäßige Studien- und Wandertage eingeführt, die der wissenschaftlichen Beschäftigung ebenso dienten wie  der körperlichen Erziehung und dem Anschauungsunterricht in Natur, Kunst, Wirtschaft und Technik. Gefördert wurden auch Schullandheime,  in denen sich einzelne Klassen mit ihren Lehrern für einige Zeit im Jahr "in Sonne, Licht und Luft" aufhalten konnten.  Die Deutsche Oberschule betonte besonders die "deutschkundlichen " Fächer Deutsch, Geschichte und Erdkunde und bot bis zu zwei  moderne Pflichtfremdsprachen an. Die Aufbauschule folgte dem Lehrplan der Deutschen Oberschule oder der Oberrealschule und sollte  begabte Volksschüler nach siebenjährigem Volksschulunterricht in sechs Jahren zum Abitur führen. Beide Schultypen waren Reformprojekte  der Weimarer Republik. Sie hatten das Ziel, die Bildungsbarrieren für Kinder aus Mittel- und Unterschichten, besonders aber für die  Landbevölkerung, zu überwinden.    Die Schule in der Weimarer Republik - das Reformschulzimmer