Sonderaustellungen Wieder einmal zeigt unser Museum in einer Sonderausstellung Dinge, die sonst der Öffentlichkeit verborgen bleiben, weil sie sich  im Depot befinden. Darunter ist auch das älteste Stück unserer Sammlungen: das 1770 gedruckte Buch “Kurtze Fragen aus der  Politischen HISTORIA Biß zum Ausgang des Siebzehenden Seculi continuiert Und mit einer nützlichen Einleitung vor die Anfänger  auch Vollständigem Register vermehret”. Schätze aus unserem Depot Eine frühe Form des Poesiealbums ist das Stammbuch, das Älteste wird auf das Jahr 1545  datiert. Bereits damals schrieben angesehene Freunde in die Stammbücher ihres  Gastgebers, vergleichbar mit einem heutigen Gästebuch. Ab Ende des 19. Jahrhunderts  wurde der Begriff "Poesie-Album" üblich. In den frühen Stammbüchern wie auch in den  späteren Alben sammelten ihre Besitzer diese Einträge, um damit Freundschaft und  persönliche Wertschätzung zu dokumentieren. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts formulierte  der Schreiber seinen Eintrag meist in unpersönlicher Form. Gegen Ende des 18.  Jahrhunderts wurden die Eintragungen erheblich persönlicher. Anfangs bestand die  Gestaltung des Eintrages aus einem kurzen Motto oder Wahlspruch des Eintragenden. Im  Laufe des 18. Jahrhunderts wurden vermehrt Leitsprüche eingetragen, die sich nun auf den  Besitzer des Albums bezogen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts spiegelt sich der Wunsch nach  einer unberührten, idyllischen Welt, die im krassen Gegensatz zur von der Industrialisierung  geprägten Wirklichkeit stand. Tragende Elemente dieser Wunschwelt sind Glück, Frieden  und ausgleichende Harmonie.  Seit dem Ende 19. Jahrhundert wurde das Poesiealbum  überwiegend von Schulkindern benutzt.  "Fibel" werden die ersten Lesebücher genannt, teilweise auch ABC-Buch. Sie gab es schon  schon Ende des 15. Jahrhunderts. Zunächst noch handgeschrieben, so wurden sie später in  Fraktur gedruckt. Oft gab es auf wenigen Seiten auch lateinischen Buchstaben, um der  Zweischriftigkeit gerecht zu werden. Während die Fibeln der früheren Jahrhunderte  ausschließlich Buchschriften beinhalteten, findet ab dem 19. Jahrhundert erstmals die  deutsche Schreibschrift Eingang. Doch auch diese Fibeln machen die Kinder ebenfalls mit  der Frakturschrift bekannt. Antiqua-Schriften findet man meist erst auf den letzten Seiten.  Ende des 19. Jahrhunderts gab es neben der althergebrachten Fibelgestaltung zunehmend  auch solche, die den Schwerpunkt auf die lateinische Schrift legten.  Mit der Abschaffung der deutschen Schrift 1941 verschwand sie auch aus den Fibeln. Nach  1945 dominieren lateinische Druck- und Schreibschriften. Gegenwärtig  gibt es  ausschließlich Fibeln in Druckschriften. Nur am Schluss finden sich gelegentlich  handschriftliche Texte. In den beiden deutschen Diktaturen fanden politische Themen  Eingang in diese Lehrbücher, so in die Sachsenfibel von 1941 und in die Gehörlosenfibel  aus der DDR. Bemerkenswert: das in der DDR übliche Lehrbuch "Unsere Fibel" wurde in  der Nach-Wende-Auflage von 1990 in "Meine Fibel" umbenannt wurde.  Nebenstehendes Bild “Die Kinderspiele” fällt dem Besucher sofort ins Auge, wenn er das  Ausstellungszimmer betritt. Pieter Breugel hielt um 1560 darauf 80 verschiedene Kinderspiele  seiner Zeit fest. Viele davon sind bis heute bekannt. Das Originalgemälde hängt im  Kunsthistorischen Museum Wien. Wir präsentieren in unserer Sonderschau vorwiegend Tischspiele, wie beispielsweise Mikado,  Domino, Memorie, Karten und andere. Auch sie demonstrieren den Trieb der Kinder, mit ihrer  angeborenen Neugier und Lust am Spiel die Welt begreifen zu lernen - und sich zu freuen,  wenn sie gewonnen haben. Je nach Altersgruppe unterscheiden sich die Kinderspiele.    Gemeinsam ist ihnen jedoch eins: Die meisten werden auch von Erwachsenen gern gespielt.  Von Fibeln, Poesiealben und alten Kinderbüchern