Die Schule in der Weimarer Republik - das Reformschulzimmer Das Jahr 1919 war eine Zäsur in der deutschen Geschichte. Anstelle einer konstitutionellen Monarchie trat  durch die Revolution von 1918 eine andere Staatsform: die Weimarer Republik. Sie schrieb in ihrer  Verfassung erstmals die Trennung von Kirche und Staat fest. Das wirkte sich auch auf das Schulwesen aus.  Es konnten Einheitsschulen unterschiedlichen Couleurs und konfessionsgebundene Bekenntnisschulen  entstehen. In Dresden wurden bereits in den frühen zwanziger Jahren sogenannte Versuchsschulen gegründet.  Sie  waren  stark durch Ellen Keys 1902 auf deutsch erschienenen Buch "Das Jahrhundert des Kindes" geprägt.  Diese “neue Schule”  entwickelte sich in der sächsischen Hauptstadt als Pendant zur bis dahin  vorherrschenden "Rohrstockpädagogik". Dresden gehörte neben Hamburg zu den deutschen Städten, die  über die meisten dieser Schulen verfügte. Deswegen widmen wir der “Reformschulbewegung” einen  speziellen Raum.  Er unterscheidet sich bereits äußerlich von den Klassenzimmern der Kaiser- und der DDR-Zeit und will damit  auf die andere Form des Unterrichts aufmerksam machen, denn in den Versuchsschulen gab es “offenen  Unterricht”. Die Kinder saßen an Tischen in Gruppen zusammen. Der Unterricht erfolgte nach dem Prinzip  “vom Kind aus”.  Der Raum zeigt vor allem am Beispiel der Dresdner Dürerschule, welche Inhalte den Tagesablauf der Schüler  bestimmten. So liegt beispielsweise in einer Vitrine ein kleiner unscheinbarer Holzkasten. Er ist eine Art  Theodolit, mit dem zwei Schüler die Höhen um Dresden bestimmt haben. Sehenswert auch die Zeichnungen  in den Berichten zu den Landheimaufenthalten.           Modell eines     Reformschulzimmers