Das schrieb die Presse Dresden erhält wieder ein Schulmuseum In der Friedrichstadt soll bis zum Jahresende ein Dresdner Schulmuseum entstehen.  Das teilte gestern Prof. Dr. Hartmut Voit mit. Der Historiker leitet den Verein, der  dieses Projekt initiiert hat: den 1997 gegründeten “Schulmuseum Dresden e. V.”. Das  neue Museum solle lebendig und zukunftszugewandt Dresdner Schulgeschichte vom  Mittelalter bis in die Gegenwart zeigen, so Voit, darüber hinaus auch ein Ort der  Lehrerbildung, des Geschichtsunterrichts und eine Forschungsstätte für moderne  Lehrplangestaltung sein.  Nach Vereinsangaben stellte dafür die Stadtverwaltung das Gebäude der alten  Lehrerbildungsanstalt an der Seminarstraße 11 kostenlos zur Verfügung, in  Nachbarschaft zur 48. Grundschule. Die personelle Betreuung im Museum sollen  Dozenten und Studenten der TU Dresden übernehmen, außerdem setzt der Verein auf  die Unterstützung von Sponsoren, des Arbeitsamtes, diverser Vereine und anderer  Institutionen. (Dresdner Neueste Nachrichten, 2006, 3. Januar 2005)  Am Sonnabend öffnet das Dresdner Schulmuseum  Herzstück des Museums ist das Kaiserzeitzimmer. Auf dem Lehrerkatheder steht eine  Glocke, mit der früher der Unterricht eingeläutet wurde., dahinter Abakus, Tafel und  an der Wand ein Bild vom Kaiser. Das Ambiente flößt Respekt ein. die  originalgetreuen Holzbänke sind so eng, dass gar kein Platz zum Herumfläzen ist. Star  der Ausstellung ist aber Heidemarie Zeidler. “Es macht mir richtig Spaß, in die Rolle  der Lehrerin zu schlüpfen”, gesteht sie. Mit den streng zurückgebundenen Haaren,  Brille und Rohrstock mimt die ehemalige Kindergärtnerin den Schülerschreck. “Es  war damals Absicht, die Kinder einzuschüchtern” sagt sie.  “Anfang des 20. Jahrhunderts besaß Dresden sogar drei Schulmuseen. Heute ist es das  einzige”, sagt Prof. Dr. Hartmut Voit, Vorsitzender des Vereins. Da die historischen  Sammlungen sämtlich 1945 zerstört wurden, besteht das heutige Material vor allem  aus hunderten Spenden von Dresdnern. “Manchmal kommen wir uns allerdings auch  wie Leichenfledderer vor”, gesteht Voit. “Es werden derzeit viele Schulen aufgelöst  und Sachen weggeworfen, die sehr wertvoll für uns sind.” Von der Mittelschule  Siebenlehn erhielt der Verein beispielsweise ein komplettes Klassenzimmer im DDR-  Design.  (Sächsische Zeitung, März 2006)  Hier wird Schulgeschichte bewahrt Seit März gibt es im Gelände der 48. Grundschule auf der Seminarstraße ein  Schulmuseum. Die Einrichtung, die vom 1997 gegründeten Verein seit einigen  Monaten ehrenamtlich aufgebaut wurde und heute auf dieser Basis auch betrieben  wird, dürfte einmalig sein im Land. “Wir wollen es schaffen, dass jede Dresdner  Schule hier im Museum in irgend einer Form vertreten ist,”sagt Vereinsvorsitzender  Prof. Hartmut Voit. Wenn alles klappt, gibt im April nächsten Jahres ein weiterer Ausstellungsraum  Einblick in vergangene Schulzeiten. Eine Arbeitsgruppe des 34 Mitglieder  umfassenden Schulvereins forscht zusammen mit TU-Studenten über Schulen  während der Weimarer Republik und speziell über Dresdner Reformschulen. “Damit  schließen wir die Lücke zwischen Kaiserzeit und DDR”; so Prof. Voit.  (Wochenkurier, 6. Dezember 2006)  Historische Zuckertüten ABC- Schule tut nicht weh? fragt das Schulmuseum seine Besucher. “Natürlich nicht”  wissen die Älteren. Die Jüngeren trauen der Sache jedoch weniger, zumindest bis zum  Schulanfang. Die Sonderausstellung “Dem Schulkind gratulier’ ich schön” zeigt  Glückwunschkarten aus dem vergangenen Jahrhundert. An den Motiven lässt sich  erkennen, zu welcher Zeit dem Schulkind gratuliert wurde. Regierte noch der Kaiser  oder war es die Weimarer Republik, die NS-Zeit oder in der DDR, als Junge Pioniere  den Schulanfänger an der Hand führten?  (Broschüre zur Museumssommernacht Juli 2010) Schulmuseum jetzt komplett Unter dem Motto “Erziehung zum Krieg - Schule im Dritten Reich” wird heute  der letzte Raum der Dauerausstellung des Schulmuseums eröffnet. Gefehlt hat im  Museum auf der Seminarstraße 11 jetzt noch das sogenannte “NS-Zimmer”.  Dieses dokumentiert den Dresdner Schulalltag im Nationalsozialismus. “Wir  haben in Zusammenarbeit mit der TU Dresden fast drei Jahre am Raum  gearbeitet”, erklärt Cordelia Howald. Lehramtsstudenten für Geschichte  kümmerten sich unter Anleitung ihrer Dozenten Sonja Koch und Hartmut Voit  um das Konzept und dessen Umsetzung. Da Exponate schwer zu bekommen und  die Thematik heikel sei, wurde das “NS-Zimmer” als Letztes fertig gestellt.  Künftig werden hier Schulklassen über das trügerische NS-Schulwesen ins Bild  gesetzt. Bevor die Besucher das “NS-Zimmer” betreten sehen sie zunächst eine  einleitende Filmvorführung. Danach bekommen die Gäste Ausstellungsstücke  aus der Schulzeit des Dritten Reichs zu sehen. Thema das Raumes ist natürlich  auch das tragische Schicksal der jüdischen Schüler.  (Sächsische Zeitung, 20. Januar 2011) Brisant, aber gut gelöst Es ist nachvollziehbar, dass sich das Schulmuseum erst zuletzt an die NS-Zeit  gewagt hat: Wer den Schulalltag im “Dritten Reich” zeigen will kommt um  Exponate nicht herum, die Neonazis als Devotionalien begehren. Doch 66 Jahre  nach Kriegende sollte man die Angst ablegen, dass Nazi-Propaganda die  Menschen von heute noch verführen könnte, sieht man von kleinen Randgruppen  ab. Information anhand von Originalquellen ist heute viel wichtiger, damit auch  Jüngere verstehen, WARUM ein Volk einer Schar Rattenfänger folgte. Und trotz  der knappen Ressourcen haben Studenten und Vereinsmitglieder das brisante  Thema überlegt aufbereitet. Der propagandistischen Ikonografie der Nazis stellen  sie die praktischen Folgen dieser Ideologie gegenüber: Ausgrenzung, Mord,  Krieg und vor allem individuelles Leid. Eine gute und sehenswerte Lösung.  (Dresdner Neueste Nachrichten, 21. Januar 2011)  Als Student im Schulmuseum Für das Museum unersetzlich sind die unterschiedlichen Vorschläge, die TUD-  Studenten während ihres Studiums zielgerichtet für das Schulmuseum  entwickelten. Besonders Dr. Sonja Koch vom Institut für Geschichte der  Philosophischen Universität findet im Rahmen ihrer Lehrveranstaltungen immer  wieder Themen, die vom Museum für Führungen oder spezielle  Informationsveranstaltungen genutzt werden können. So zeigte ein Student  beispielsweise, wie Kinder ihre Namen tänzerisch umsetzten können.  Franz Neugebauer, an der Fakultät Erziehungswissenschaften Student bei Dr.  Jutta Frotscher, meint zu seiner Tätigkeit im Schulmuseum: “Ich konnte  Erfahrungen sammeln mit Schülern unterschiedlicher sozialer Schichten und aus  den verschiedensten Stadtteilen, musste mich jedes Mal neu auf andere Schüler  und Situationen einstellen  und sehr variabel in der Unterrichtsgestaltung sein.  Aber es war ein guter Praxisbezug für meinen künftigen Beruf als  Grundschullehrer.  (Dresdner Universitätsjournal, 5. Juni 2012) Auch mit museumsreifen Lehrmitteln noch lernen Unter den vielen Museen unserer Stadt spielt das Schulmuseum nur eine bescheidene Rolle. Das Museum in der Friedrichstädter Seminarstraße 11 befindet sich neben Dresdens ältestem Schulgebäude, der heutigen 48. Grundschule, in der seit 1785 unterrichtet wird. In sechs Räumen präsentiert dort der Verein Schulmuseum Dresden e. V. die Schule der vier gesellschaftlichen Zeitabschnitte des 20. Jahrhunderts. Kürzlich wurde mit einem neuen Raum die Dauerausstellung vervollkommnet. Anhand von historischen Lehrmitteln wird gezeigt, wie Schüler sich einst mit den Gesetzen der Natur vertraut machten. Anfänge für den naturwissenschaftlichen Unterricht machte J. A. Comenius im 17. Jahrhundert. Doch die aus der Natur stammenden Sachverhalte setzten sich erst im 19. Jahrhundert als Lerngegenstand im Unterricht durch. (Sächsische Zeitung, Oktober 2012)