Das NS-Zimmer Sind alle Klassenräume unseres Museums entsprechend der jeweiligen Epoche eingerichtet, so unterscheidet sich dieser davon. Er will in  Form von Dokumentationen zeigen, wie es in den dunkelsten Jahren der jüngeren deutschen Geschichte in der Schule zuging, welche  Unterrichtsfächer auf dem Plan standen und was deren Inhalt war, wie sich die Schulgesetzgebung bis in die Freizeit auswirkte und welche  Folgen sie für andere, vor allem für jüdische Kinder, mit sich brachte.  Ein Schulhaus symbolisiert die Institution „Schule“. Sie hatte nach den Vorstellungen der Nationalsozialisten neben der pädagogischen vor  allem eine politische Funktion: Eltern, Schüler und Lehrer sollten ständig mit nationalsozialistischem Gedankengut konfrontiert und dadurch  „weltanschaulich ausgerichtet“ werden. Bildungsvermittlung trat hinter den politischen Zielen als zweit- oder sogar drittrangig zurück.  Hitlergruß, Hitlerbüste, Hitlerbilder, Führerprinzip, Führers Geburtstag, Fahnenappell, politische Weihestunden, Heldengedenkfeiern, neuer  Lehrplan für das Fach Geschichte, Rassenkunde als Bestandteil aller Fächer, 3., 4. und 5. Turnstunde Wehrsport, Volkssportstunden,  Staatsjugendtag, Werbung für Deutsches Jungvolk, Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel, Nationalsozialistischer Lehrerbund, Lehrer-  Eid auf den Führer usw. Diese „Neuerungen“ stehen ab 1933 in allen Schulen Deutschlands für die schnelle und durchgreifende  Gleichschaltung der “Institution Schule“.  Neben der Schule war die Hitlerjugend (HJ) das zweite wichtige Instrument nationalsozialistischer Erziehung. Sie, zunächst  Jugendorganisation der NSDAP und ab 1936 Staatsjugend, diente vor allem der politischen Mobilisierung. Durch die  Gemeinschaftserziehung in „Lager und Kolonne“ (Reicherziehungsminister Rust 1934) sollte die Jugend für den Nationalsozialismus  gewonnen werden.  Ein dritter Komplex  widmet sich „den Anderen“, den Ausgegrenzten, jüdischen Kindern, die nicht am Unterricht der “Arier” teilnehmen  durften und besondere Schulen besuchen mussten bzw. nach der faschistischen Ideologie nicht lebenswert waren und deshalb in Lager  verschleppt oder gar umgebracht wurde. Die Grenze zu den “Ausgegrenzten” wird durch eine eine schwarze Linie markiert.   Schule im “Dritten Reich” - Erziehung zum Krieg