Das "Dritte Reich" (1933 - 1945) war ein Erziehungsstaat. Alle Deutschen sollten eingebunden werden in  ein System von Organisationen mit dem Ziel, den "nationalsozialistischen Menschen" zu formen. Um seine  Macht zu sichern, musste das Regime vor allem die Jugend gewinnen. Der Zugriff auf die junge  Generation war umfassend. Hitler selbst hatte im Dezember 1938 in einer Rede in Reichenbach, heute  Liberec“, Tschechien, den Weg dahin vorgegeben: „Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes, als deutsch  denken, deutsch handeln und wenn diese Knaben mit 10 Jahren in unsere Organisation hineinkommen  und dort oft zum ersten Male überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier  Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, dort behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir  sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann  nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK usw. Und  wenn sie dort zwei oder anderthalb Jahre und noch nicht ganze Nationalsozialisten sein sollten, dann  kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen, alles mit  einem Symbol, dem deutschen Spaten. Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an  Klassenbewußtsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die  Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre, und wenn sie nach zwei, drei oder vier Jahren  zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in die SA,  SS usw., und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben..“  Der nationalsozialistische Staat brauchte keine qualifizierten, mitdenkenden Bürger. Er brauchte Leute,  die bedingungslos zu seiner Politik standen. Deswegen sollte die Schule eine Vorstufe zum Wehrdienst  sein. Grundlage war die Vorstellung des „politischen Soldaten“ für Jungen und der robusten  nationalsozialistischen Mutter für Mädchen. Dazu diente für die männliche Jugend die Erziehung zu  Willens- und Entschlusskraft, zum absoluten Gehorsam, zur Verschwiegenheit und  Verantwortungsfreudigkeit sowie die Vermittlung weiterer soldatischer Tugenden. Abgewertet wurde die  wissenschaftliche Erziehung, die Hitler bereits in “Mein Kampf” gering geschätzt hatte.  Die Nationalsozialisten nutzten den Tatendrang, den Wagemut, die Begeisterungsfähigkeit und die Opferbereitschaft der Jugend für ihre politischen Zwecke. Das ganze Ausmaß des Missbrauchs zeigte sich erst nach dem Zusammenbruch des Regimes. Das Erziehungsziel  Das NS-Zimmer Deutsch denken, deutsch handeln