Das Museum Frühere Sonderausstellungen Die Adolf-Hitler-Schule Pirna-Sonnenstein  (2010) Am 15. Januar 1937 verfügte Adolf Hitler, dass Adolf-Hitler-Schulen als "Ausleseschulen“ der  NSDAP zu gründen seien. Gedacht waren sie für die Ausbildung der künftigen politischen  Führungselite des Dritten Reichs. Die Absolventen unterlagen strengen Auswahlkriterien. Sie  mussten „arischer“ Abstammung, körperlich absolut gesund und mindestens 12 Jahre alt sein  sowie dem Jungvolk angehören. Gute schulische Leistungen hatten für das Auswahlverfahren  geringeres Gewicht. Die Auswahl unterlag der HJ und den Parteistellen. Das letzte Wort hatte  der jeweilige Gauleiter.  In 10 Gauen (entspricht in etwa den heutigen Ländern) sollten Adolf-Hitler-Schulen entstehen,  darunter auch in Sachsen, zunächst in Schneckengrün bei Plauen. Wegen des Krieges sahen  sich die dafür Verantwortlichen jedoch zunehmend mit Problemen konfrontiert. Die Arbeiten  wurden überall eingestellt. Als neuer Standort für die Schule schienen die Anlagen auf dem  Pirnaer Sonnenstein geeignet zu sein. Die ehemalige Burg der Meißner Markgrafen blickte zu diesem Zeitpunkt schon auf eine über  800jährige Vergangenheit zurück, war u.a. kurfürstliches Schloss, später Landesfestung gewesen und hatte seit 1810 als Heil- und  Pflegeanstalt gedient, bis hier in der Zeit zwischen Juni 1940 und August 1941 13.720 Patienten sowie 1.031 KZ-Häftlinge durch  Vergasung getötet wurden. Weil Neubauten nicht mehr möglich waren, mussten Gebäude der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt  „umfunktioniert“ werden. Im Januar 1941 begannen die ersten Umbauarbeiten und im Oktober zogen etwa 180 Schüler ein. “Schulführer”  und Erzieher kamen von der Ordensburg Sonthofen nach Pirna. Auf dem Sonnenstein gab es kein zentrales Schulgebäude. Die  Klassenzimmer befanden sich in den Internatsgebäuden. Die Unterrichtsinhalte waren zu dieser Zeit noch nicht vollständig fertig.  Deswegen galten zum Teil vorhandene Lehrpläne der Höheren Schulen. Natürlich standen die Erziehung im Sinne der  nationalsozialistischen Ideologie und die körperliche Ertüchtigung im Mittelpunkt. Die Schüler sollten keine sozialen Beziehungen nach  außen pflegen. Wichtig war dagegen, dass sie sich mit Eintritt in die Adolf-Hitler-Schule als zur Elite des Dritten Reiches gehörig fühlten.  Die Sonderausstellung vermittelte anhand zahlreicher Dokumente einen Einblick in das Leben der NS-Eliteschule auf dem Pirnaer  Sonnenstein, die in unmittelbarer Nähe zur Euthanasieanstalt entstanden war – zwei Seiten eines unmenschlichen Systems, vereint auf  engstem Raum!