Die Schulen der Friedrichstadt Friedrichstädter Schulgeschichte 1835 Am 1. April wurde die Friedrichstadt eingemeindet und damit Teil von Dresden. 1835 zum 6. Juli wurde das sächsische Elementar-Volksschulgesetz verabschiedet. Grundlegende Neuerungen folgten in 174 Durchführungsbestimmungen. Mit diesem  Gesetz war endlich der Stand des Volksschullehrers als ein besonderer Berufsstand  begründet.  Die Schulentwicklung erfuhr im 19. Jahrhundert starke Impulse durch die Fortschritte  von Wissenschaft und Technik als Auslöser der sich stürmisch entfaltenden industriellen  Revolution. Aus diesen in die Gesellschaft tief eingreifenden Prozessen erwuchs ein  höheres Bildungsbedürfnis in der Lehrerausbildung und gegenüber den  Unterrichtsstoffen. Mit den wachsenden Anforderungen an die künftigen Werktätigen  entstanden bis etwa 1870 anspruchsvollere Lehrpläne, neue christlich-humanistische  sowie "vaterländisch" orientierte Lehrmaterialien, eine deutliche Betonung der  naturwissenschaftlichen und fremdsprachlichen Fächer bei stärkerer Berücksichtigung  der Körperertüchtigung zwischen 1835 und 1900. Nach 1870 entstanden moderne  Schultypen, die materiell den höheren Lehranforderungen entsprachen und die zum Teil  noch heute funktionieren.  In der Friedrichstadt wirkten schulgeschichtlich herausragende Schulmänner, weil sich hier die Ursprünge der Dresdner Lehrerbildung  konzentrieren.  1838 wurde die Stadt Dresden in vier Schulbezirke aufgeteilt Die Friedrichstadt bildete mit einem Teil der Wilsdruffer Vorstadt den Bereich der  III. Bezirksschule. Gleichzeitig entstand die städtische Schuldeputation, die sich unter Stadtrat Gehe mit der Verstaatlichung der Schulen  befasste. Weitere Ergebnisse waren die Bildung eines Schulvorstands und die Begründung von drei Schulkategorien: Bürger-, Bezirks- und  Armenschule. Doch an zweckmäßigen Schulhäusern fehlte es fast völlig. Nur die Friedrichstadt besaß ein schönes, zweckdienliches  Schulhaus. 1841 befand sich im Seminargrundstück die III. Bürgerschule mit 326 Schülern und die Armenschule, die 105 Kinder besuchten. Beide  Schulen wurden vom Seminardirektor Otto geleitet.  1848-49 ergriffen zahlreiche Pädagogen Partei für die Revolutionäre. Nach deren Ende zog das für die Betreffenden Restriktionen nach sich.  Das Beust'sche Maulkorbgesetz war die Reaktion des Königreichs.   1850 entstand in den Menageriegärten der Friedrichstadt eine Königliche Turnlehrerbildungsanstalt.  1869 nahmen Schulärzte ihre Tätigkeit auf. Ihre Pflicht war es, den Gesundheitszustand der Kinder regelmäßig zu ermitteln und zu  begutachten.  1873 Die durch den Krieg erfochtene Einheit Deutschlands ergab einen politischen und wirtschaftlichen Aufschwung. Die lange währenden  Kämpfe progressiver, humanistischer Pädagogen und Lehrerbünde erbrachten in Anlehnung an die Bismarcksche Schulpolitik die Ablösung  von der kirchlichen Schulaufsicht zugunsten einer professionellen staatlichen in Gestalt von Direktoren und pädagogischen Schulinspektoren.  1874 erfolgte die Einführung des Achtklassensystems und die Trennung in Jungen- und Mädchenklassen bis in die untersten Klassenstufen.  1876 Der Turnunterricht wird zum obligatorischen Bestandteil des öffentlichen Unterrichts.  1877 Nachdem die Bürger- und Bezirksschulen neu strukturiert wurden, wurde an der Bürgerschule u.a. Englisch gelehrt und an den  Bezirksschulen Englisch und Französisch sowie fakultativ Stenografie und Nadelarbeit.   1883 Die an den höheren Schulen bereits geltende fünfstufige Zensurenskala wird auf die Volksschulen ausgeweitet.  Im "kleinen Gehege" (Ostra-Gehege) dürfen Jugendliche nach dem Wiesenschnitt eine Fläche unentgeltlich für Spiele nutzen. Mitglieder des  Turnvereins leiten nachmittags ehrenamtlich diese Spiele.  Am 8. Juli wird im Großen Saal des Zeughauses eine Lehrmittelausstellung gezeigt, auf der 260 Aussteller 3 462 Exponate zeigen.   1884 Der Direktor der Friedrichstädter Gewerbeschule, Karl Wilhelm Clauß, verordnet seinen Schülern zum ersten Mal bei mehr als + 20  Grad "hitzefrei" für den Nachmittagsunterricht. Von Friedrichstadt aus breitet es sich auf ganz Deutschland aus.  Am 21. September erscheint die "Sächsische Schulzeitung". 1888. In der Friedrichstadt wird der erste Schulgarten angelegt. Mädchen erhalten Haushalts- und Kochunterricht.  1891 Einheitliche Festlegung für die Dauer der Sommerferien auf acht Wochen.  1895 Einrichtung von obligatorischen Fortbildungsschulen (Berufsschulen).  1905 Das neu gegründete Schulmuseum unterstützt den Unterricht in Heimatkunde und in den Naturwissenschaften.  1909 Das Schulgeld an den Bürgerschulen beträgt monatlich 5 Mark und an den Bezirksschulen 60 Pfennige.  Zur Förderung der Lebensbezogenheit von Erziehung und Ausbildung an den Schulen werden weitere Fortschritte sichtbar wie die  Einrichtung der Bürgerschule (Einblicke ind wirtschaftliche und rechtliche Bedingungen des öffentlichen Lebens) größere Beachtung der  Körperertüchtigung und die Einführung des Werkunterrichts mit Unterstützung gemeinnütziger Vereine.  1914-1918 In den Schulen wird verstärkt die Ideologie des I. Weltkriegs in den Vordergrund gerückt.  Heidemarie Zeidler, Mitglied des Vereins Schulmuseum Dresden e. V.      Lehr- und Erziehungsanstalt für Mädchen in                           Friedrichstadt