Die Schulen der Friedrichstadt Schautafeln in unserem Mehrzweckraum widmen sich der Schulgeschichte der Friedrichstadt. Wie kein anderer Dresdner Stadtteil spiegelt  sie die Zusammenhänge zwischen örtlicher, regionaler und landesweiter Schulpolitik wider. In der Friedrichstadt gab es schon vor mehr als  200 Jahren verschiedene Arten von Schulen. Das ist ungewöhnlich, denn Friedrichstadt war nur ein kleines Vorwerk jenseits der Stadtgrenze  von Dresden. Hier existierten Schulen mit lokaler Bedeutung, als “Grundschulen”, die nur für Kinder des Ortes bestimmt waren.Sie waren aus  „Winkelschulen“ und der Kantorenschule entstanden und hatten sich später zu Distrikts-, Bezirks- und Bürgerschulen entwickelt. Dazu kamen  die Armen- oder Freischule, die erste Realschule in Sachsen und katholische Schulen. Es gab jedoch auch eine Armenschule der Freimaurer,  später das Freimaurer-Institut für Knaben. Die Mädchen erhielten eine eigene Freimaurerschule. In der Friedrichstadt entstanden ebenso das  erste Lehrerseminar für Kursachsen, der erste Fröbel-Kindergarten in Dresden und die Königlich-Sächsische Turnlehrerbildungsanstalt.  Die sächsischen Kurfürsten sorgten nicht nur für Schulordnungen und  „Fürstenschulen“ (in Meißen, Grimma und Schulpforte), sondern ließen auch  Stadt- und Landschulen überprüfen. Dies war Aufgabe der Pfarrer und ihrer  Vorgesetzten, der Superintendenten, und des Oberkonsistoriums. Die Lehrer  waren damals in der Regel Kirchendiener – sie unterstanden direkt dem Pfarrer  der Ortskirche und hatten als Küster, Organisten und Kantoren einen Teil ihrer  Zeit auf den Kirchendienst zu verwenden. Das galt auch für das Vorwerk vor den  Toren der Residenzstadt Dresden. Das hatte lange Zeit keine Kirche – die  Einwohner waren entweder nach Briesnitz oder zur Dresdner Annenkirche  eingepfarrt. Als 1725 eine eigene Kirchgemeinde gegründet und die  Friedrichstädter Kirche gebaut wurde, erhielt der Kirchenrat das „Kollaturrecht“,  also das Recht, den Pfarrer und auch den Kantor und den Lehrer einzusetzen.  Damit hatten in der Friedrichstadt Kirchenrat und das Oberkonsistorium eine  direktere und engere Verbindung zum Schulwesen als das an anderen Orten  Sachsens möglich war. Friedrichstadt war ein armer Ort mit sehr vielen Kindern, denen es an Unterricht  fehlte. Abhilfe wurde geschaffen zum einen durch die Genehmigung von  Winkelschulen mit wenig Schulgeld, durch die Einrichtung von Armenschulen, in denen kein Schulgeld bezahlt werden musste, und durch  eine Schulform, die es in anderen Ländern schon gab, die aber für Kursachsen neu war – die Realschule.  Die beginnende Industrialisierung verlangte die Ausbildung von Jugendlichen mit Kenntnissen über Land und Leute sowie Grundkenntnissen  für Handwerk und Technik. Dresden hatte das Glück, mit Oberkonsistorialrat Peter von Hohenthal im Oberkonsistorium einen ranghohen  Vertreter zu haben, der während seiner früheren Tätigkeit in Wittenberg schon eine Realschule gegründet hatte. Eine solche Schule strebte er  auch in seinem engeren Verantwortungsbereich – in Friedrichstadt – an. Hier hatten wohlsituierte Bürger – John, Lingke, Pelargus – durch  Stiftungen und Grundstücksschenkungen die Voraussetzungen für die Errichtung der Armen- und Realschule geschaffen. Dies erfolgte 1785  durch die Bemühungen des Oberkonsistoriums und der Geistlichen an der Friedrichstädter Kirche, vor allem den Diakon Feilgenhauer.  Eine andere Organisation bemühte sich ebenfalls um arme und auch obdachlose Kinder – die Freimaurerlogen. In Verbindung mit dem  Pfarrer in Friedrichstadt, Raschig, begründeten sie eine Armenschule, aus der sich ein wichtiges Erziehungsinstitut entwickelte. Hier mag  zusätzlich die Möglichkeit eine Rolle gespielt haben, ein geeignetes Grundstück kaufen zu können. So kamen bei der Gründung der  verschiedenen Schulen viele Umstände zusammen – das Interesse der Kurfürsten an diesem Ort, die Einsetzung pädagogisch engagierter  Geistlichen, die Initiative von Behörden und Privatpersonen – und die große Not der Kinder.  Letzter Zeuge dieser Schulgeschichte ist die 48. Grundschule. Sie nutzt ein historisches Gebäude, in dem sich von 1789 bis 1854 auch das  Königlich-sächsische Lehrerseminar befand und in dem ununterbrochen seit 1785 unterrichtet wird – Dresdens ältestes Schulhaus (Foto).  Geschaffen wurde es einst als Real- und Armenschule für die Einwohner der Friedrichstadt. Diese Schulen haben sich später zu Distrikts-,  Bezirks- und Bürgerschulen entwickelt.  Das Schulmuseum befindet sich im früheren Jungenhaus der III. Bürger- und späteren 48. Grundschule.