Das Museum Frühere Sonderausstellungen Feder, Tinte und Papier (2006, 2009, 2012) Diese Sonderausstellungen rund ums Thema Schreiben fanden besonders viel Anklang bei den Besuchern.  denn Viele, die einst in alten Schulbänken gesessen und ihre ersten Schreibübungen unternommen haben,  benutzten dafür eine Stahlfeder. Die Sonderausstellungen brachten beides zusammen: alte Schulmöbel und  teilweise noch ältere Schreibgeräte.  Hagen Kreisch, Jahrgang 1960, gelernter Werkzeugmacher und heute mit der Restaurierung historischer  Fahrzeuge im Dresdner Verkehrsmuseum beschäftigt, hat über 3000 verschiedene Schreibfedern  zusammengetragen. Dazu gesellten sich zahlreiche Griffel, Federhalter, Tintenfässer, Schreibproben und  weitere Zeugnisse aus dem Schul- und Büroalltag vergangener Zeiten. Prunkstücke der Ausstellung waren  auch die verschiedenartigsten Tintenfässer, denen man ihre Zweckbestimmung teilweise nicht ansehen konnte,  darunter eins aus dem 16. Jahrhundert, das aus China stammt, ein weiteres mit Motiven aus "Tausend und  einer Nacht", das drehbar ist und sogar ein alter Lastkraftwagen, der nicht nur mehrere Tintenfässer geladen  hat , sondern sogar einen Zigarettenbehälter besitzt und bei Dunkelheit leuchten konnte.  In Deutschland setzte sich die Stahlfeder erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der Schule etwa ab  1880, durch. Bis dahin schrieb man traditionell mit dem Gänsekiel. Verwendet wurden dafür die äußeren fünf Federn des Gänseflügels.  Wer damit schreiben wollte, hatte darauf zu achten, dass Rechtshänder die Federn des linken Flügels und Linkshänder die des rechten  benutzten. Um einen Kiel zu zuschneiden muss man ihn zunächst wässern und dann in Asche oder Sand härten. Im Schulzimmer war  dieses Zuschneiden einst ebenso wie Tinte nachfüllen Aufgabe des Lehrers.   Mit Stahlfedern dagegen ließ es sich wesentlich leichter schreiben. Sie gab es je nach Verwendungszweck in unterschiedlichsten  Ausführungen, für Schüler und Beamte und auch für Kartografen oder zum Notenschreiben. Um 1850 wurden diese Federn erstmals  industriell hergestellt. Später ersetzte der Füller den Federhalter mit Stahlfeder. Obwohl bereits von 1657 die Zeichnung eines solchen  Geräts bekannt ist, wurden in Deutschland die ersten 1871 von Friedrich Soennecken hergestellt. Seinen Einzug in Klassenzimmer  und Büros hielt der Füllfederhalter jedoch erst als Kolbenfüller nach 1925. Heutige Schüler benutzen den Patronenfüller, jedoch noch  lieber den Computer. E-Mail und die Datenbank haben das manuelle Schreiben verdrängt  Attraktion der letzten Ausstellung waren die weltweit größte Schreibfeder - 32 cm lang - und die kleinste - 4,5 mm lang, als  “Federhalter” diente eine Stachelschweinborste. Stahlfedern wurden bald in vielen Ländern hergestellt. In der Folge entwickelten sich  weitere Zweige: Federhalter, Tinte, Tintenfässer usw. Längst vergessene Kuriositäten, die mit der Entwicklung der Schreibkultur  verbunden waren, ließen die Besucher bei jeder der drei Ausstellungen staunen, auch über das wichtigste, das man Schreiben  braucht: die „Dinte“ (wie man seinerzeit den Saft zum Schreiben nannte). Aufwendig gestaltete Verpackungen waren in den  Sonderausstellungen ebenso zu sehen wie Werbemarken und Ansichtskarten rund um dieses Thema. Natürlich erinnerten viele an  August Leonhardi, den Dresdner Tintenkönig. Er erfand einst die Eisengallustinte und lieferte diesen wischfesten “Schreibsaft” von der  Dresdner Grundstraße aus rund um den Erdball. Im Leonhardi-Museum lebt sein Name fort.