Die Dresdner Dürerschule Die Dürerschule wurde 1922 als Staatliche Höhere Versuchsschule gegründet.  Zunächst bezog sie einige Räume in der 6. Volksschule auf der Ehrlichstraße. Ziel der  reformpädagogischen Bildungsstätte war die Erprobung neuer Schulkonzepte für  Höhere Schulen, die den Schülern unabhängig von ihrer Herkunft und politischen  Anschauung eine Gymnasialbildung ermöglichte. In das Konzept flossen Ideen des  Bundes Entschiedener Schulreformer, der Landerziehungsheime, der  Arbeiterschulbewegung und der norddeutschen Kunsterziehungsbewegung ein.  Aufgenommen wurde die Kinder im Anschluss an die vierjährige Volksschule und  dann bis zum allgemeinen staatlichen Abitur geführt. Wesentliche Inhalte des  Schulprofils waren die Abwechslung von Gesamt- und Projektunterricht, ein  begleitendes Kurssystem, die ästhetische und auf Frieden und Völkerverständigung  ausgerichtete Erziehung sowie Koedukation, Schülermitbestimmung und  eigenverantwortliche Schulverwaltung mit Wahlkollegium.  Aufgrund der großen Nachfrage wuchs die Schülerzahl von lediglich 30 im  Gründungsjahr auf über 370 im Jahr 1929 an. Deshalb genügten die Räume in der  Wilsdruffer Vorstadt schon bald nicht mehr den Anforderungen. 1923 verlegte man die Versuchsschule deshalb in das Gebäude der 51.  Volksschule an der Silbermannstraße in der Nähe des Dürerplatzes. Ein ursprünglich geplanter Neubau kam wegen der schwierigen  Wirtschaftslage nicht zustande. 1924 erhielt die Dürerschule durch Schenkung eine Villa im Kurort Gohrisch, welche daraufhin als  Schullandheim genutzt wurde.  Trotz des Versuches rechter und linker politischer Kreise, stärkeren Einfluss auf die Lehre zu nehmen, konnte die Dürerschule bis 1933 als  reformorientierte humanistische Oberschule fortgeführt werden. Neben der Vermittlung natur- und geisteswissenschaftlicher Kenntnisse wurde  großer Wert auf künstlerischen und heimatverbundenen Unterricht mit praktischen Elementen gelegt. Enge Kontakte unterhielt die Dürerschule  u.a. zu Jugendorganisationen wie dem “Wandervogel” und der SAJ, zum Sächsischen Heimatmuseum und der Hellerauer Schule, aber auch  zu einigen Dresdner Künstlern. Außerdem standen regelmäßige Klassenfahrten und der Austausch mit Schülern aus Österreich,  Großbritannien, der Tschechoslowakei und Frankreich auf dem Programm.  Mit Machtübernahme der Nazis konnte die reformpädagogische Arbeit nicht mehr fortgesetzt werden. 1934 wurde die Dürerschule  zwangsweise aufgelöst und die jüngeren Schüler auf andere Dresdner Oberschulen aufgeteilt. Die letzten Schüler der Oberprima verließen die  zuletzt als “Deutsche Oberschule” bezeichnete Einrichtung 1936, womit die Geschichte der Dürerschule als eines der bedeutendsten  reformpädagogischen Experimente der Weimarer Republik ihr endgültiges Ende fand. Das Schulgebäude wurde 1945 zerstört.  Die Schule in der Weimarer Republik - das Reformschulzimmer