Dresdner Reformschulen Bereits 1911 waren auf Drängen des Dresdner Lehrervereins an verschiedenen  Schulen insgesamt sechzehn Versuchsschulklassen eingerichtet worden. Sie  sollten eine Reform der Unterstufe vorbereiten. Dieser Schulversuch erstreckte  sich über vier Jahre.  1920 schlug der Lehrerverein vor, die 46. Volksschule am Georgplatz als  Versuchsschule einzurichten. Dort gehörten der spätere Landtagspräsiden Kurt  Weckel (USPD/SPD) und der spätere Dozent am Pädagogischen Institut der TH  Dresden, Martin Weise (SPD), zu denen, die sich dieser vom Leitspruch “Hilf mir,  es selbst zu tun” geprägten Pädagogik zu wandten. Diese Schule war so wie die  Versuchsschule in Hellerau eine koedukative (Mädchen und Jungen wurden  gemeinsam unterrichtet) weltliche Arbeits- und Gemeinschaftschule mit  Selbstverwaltung. Beide Schulen waren vom Lehrplan befreit und unterlagen nicht  dem Bezirksschulzwang. Fächerübergreifender Gesamtunterricht in der Unterstufe  (Grundschule) und Projektarbeit im arbeitsteiligen Gruppenunterricht in Mittel- und  Oberstufe waren die zentralen Lehr- und Lernformen des Unterrichts, Selbstbestimmung und soziale  Verantwortung, Solidarität und Kooperationsfähigkeit ihre obersten Lernziele. Die kollegiale Schulleitung,  auch dies eine Besonderheit, unterlag ständiger demokratischer Legitimation durch das Lehrerkollegium.  Auch in den übrigen Volksschulen lassen sich dank des Engagements des Dresdner Lehrervereins  reformpädagogische Einflüsse nachweisen, vor allem im Bereich des Arbeitsunterrichts und der ästhetischen  Erziehung. Begünstigt wurde die Aufnahme reformpädagogischer Elemente sicherlich durch das Fehlen  eines starren Lehrplans an den Volksschulen.  Eine Besonderheit unter den Reformschulen war die Dürerschule. 1922 als Staatliche Höhere  Versuchsschule gegründet, ging sie auf eine Initiative des Bundes entschiedenere Schulreformer in Sachsen  zurück. In enger Kooperation mit der Hamburger Lichtwarkschule wurde sie vor allem durch ihr nationales  (seit 1923) und internationales (seit 1929) Schüleraustauschprogramm überregional geachtet. Die  Dürerschule war eine Oberschule mit zwei Klassenzügen, in der nach den Prinzipien der  Reformschulpädagogik unterrichtet wurde,  Für erholungsbedürftige Jungen und Mädchen aus Dresdner Volksschulen richtete die Stadtverwaltung zwei  so genannte Waldschulen in der Dresdner Heide ein: 1923 eine für 24 Kinder im Volkswohlpark und 1928 ein  Schul- und Erholungsheim für 60 Kinder an der Fischhausstraße. Während des sechswöchigen Aufenthaltes  erhielten die Schulkinder täglich drei Stunden Unterricht, der übrige Teil des Tages war - unter fachlicher  Anleitung - der Erholung gewidmet.  Nachdem die Nazis die Macht übernommen hatten, warfen sie den Versuchsschulen Kulturbolschewismus  vor und folgten einem Antrag des sächsischen Landesverbandes Christlicher Elternvereine, die  Versuchsschulen schrittweise in Normalschulen zu überführen.  Die Versuchsschule am Georgplatz Bericht über einen Landheimaufenthalt Die Schule in der Weimarer Republik - das Reformschulzimmer