Die Stundentafel Stundentafeln lassen erkennen, welche Unterrichtsfächer gelehrt wurden und wie ihr Anteil am  Gesamtstundenplan war. Insofern sind sie ein Spiegelbild der bildungspolitischen Absichten eines  Gesellschaftssystem zu einer bestimmten Zeit. Für das Deutsche Kaiserreich gibt es keine länderspezifischen Stundentafeln, weil die Schule auch  damals Ländersache war. Jedoch lassen alle Tafeln die jeweiligen Anforderungen erkennen, die die  wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung an den Schulunterricht stellte.  Hier einige solche Stundentafeln aus Preußen:  Das Kaiserzeitzimmer Die Entwicklung der Stundentafel  in Sachsens Schulen verlief etwa  ähnlich wie die in Preußen.    Die Zielsetzung der Volksschulen  hatte sich 1873 insoweit  gewandelt, dass die Vermittlung  einer bürgerlichen Bildung im  Vordergrund stand. Das Gesetz  benannte Religions- und  Sittenlehre, deutsche Sprache mit  Lesen und Schreiben, Rechnen,  Formenlehre, Geschichte,  Erdkunde, Naturgeschichte und  Naturlehre, Gesang, Zeichnen,  Turnen sowie speziell für  Mädchen Nadelarbeit als zentrale  Unterrichtsfächer. Der  Fächerkanon war fast gleich  geblieben. Eine Präzisierung der  Unterrichtsinhalte wurde vorerst  nicht vorgenommen. Allerdings  sollten die Schwerpunkte und der  Umfang der Fächer sowie der  Unterrichtsgegenstände je nach  Art der Volksschule  unterschiedlich gewichtet werden.  Wenn nach dem  Elementarvolksschulgesetz von  1835 eine Untergliederung der  Volksschulen entsprechend den  örtlichen Bedürfnissen erfolgen  konnte, so deuteten die weitaus  umfassenderen und detaillierten  Bestimmungen von 1873 darauf  hin, dass sich diese fakultative Variante bewährt hatte und eine  gesetzliche Neuregelung  verlangte. Die Volksschulen  wurden in einfache, mittlere und  höhere Anstalten sie in  Fortbildungsschulen eingeteilt.  Der achtjährige Unterricht in der  einfachen bzw. der elementaren  Volksschule erfolgte in zwei bis  höchstens vier nach Alter  getrennten Klassen. Die  Unterrichtsgegenstände bezogen  sich auf die oben genannten. Der  Unterricht beschränkte sich in der  Religion auf biblische Geschichte  und christliche Sitten- und  Glaubenslehre, in den übrigen  Lehrfächern auf Aneignung der  unentbehrlichen Kenntnisse und  Fertigkeiten für das bürgerliche  Leben . “Die mittlere Volksschule soll dem  Bedürfnisse derjenigen dienen,  welche ihren Kindern zwar  größere Sicherheit in Handhabung  der Muttersprache, in  Realkenntnissen und technischen  Fertigkeiten verschaffen wollen,  jedoch nicht in der Lage sind, die  achtjährige Schulzeit der Kinder  erheblich zu verlängern.”  (Aus:Daniela Vogt: “Bildungsgeschichte Sachsens im 19. Jahrhundert”)