Die Schulen der Friedrichstadt Der sächsische Pestalozzi Er wird auch „der sächsische Pestalozzi“ genannt – Dr. Gustav Friedrich Dinter, Theologe und dritter  Direktor des Friedrichstädter Lehrerseminars. Dinter sorgte sich rührig um die Lebensqualität “seiner”  Seminaristen. An den König schrieb er: „Es schmerzt mich innig, zu sehen, dass Jünglinge, die  landesherrliche Kostgänger heißen und sind, fast täglich hungrig vom Tische aufstehen.“ Deswegen  beschaffte er ihnen Hauslehrerstellen. 1801 ließ er sogar einen Obstgarten anlegen und die Seminaristen  im Obstbau unterweisen. 1807 musste er wegen schwerer Krankheit sein Amt aufgeben und übernahm  zunächst wieder ein Pfarramt. 1816 wurde er Schul- und Konsistorialrat in Königsberg, 1822 Professor für  Theologie an der dortigen Universität. 1831 verstarb Gustav Friedrich Dinter. Seine Grabinschrift würdigt  diesen großen Dresdner Pädagogen: „Er war ein Lehrer, der die Wahrheit suchte, die Freiheit liebte, die  Liebe übte.“   Dinter war der Sohn eines Rechtsanwalts, geboren am 29. Februar 1760 in Borna. Nach dem Besuch der  Fürstenschule Grimma und einem Theologie-, Philosophie- und Philologiestudium in Leipzig arbeitete er  kurze Zeit als Hauslehrer. Ab 1790 war er Pfarrer in Borna und bildete gleichzeitig mit Leidenschaft junge  Männer als Volksschullehrer aus. Dadurch wurde man in Dresden auf ihn aufmerksam und berief ihn 1797  als Direktor der Friedrichstädter Real- und Armenschule sowie des Lehrerseminars. Unter seiner Leitung  erhöhte sich dessen Niveau enorm. Dinter führt die sokratische Methode in die Ausbildung ein, d.h. durch  Streitgespräche zu neuer Erkenntnis gelangen. Ihm galten nicht quantitative Kenntnisse als erstrebenswert,  sondern Klarheit, Bestimmtheit und Gewandtheit im Vortrag. Er war ein Feind der Prügelstrafe: „Ihr  Schulmeister wißt nicht, welche Freuden ihr euch selbst entreißt, wenn ihr eure Kinder schüchtern erzieht. Von zehn Schlägen, die der  Lehrer austeilt, gehören neun ihm“. Gustav Friedrich Dinter ließ sich von dem Motto leiten: „Die Kinder müssen denken, sprechen, fühlen, frei  und fröhlich sein.“ Die Lehrer ermahnte er, auf Sauberkeit, frische Luft und die Gesundheit ihrer Schüler zu achten. Sie sollten ihnen auch  naturwissenschaftliche Kenntnis vermitteln und sie zu Gedenkstätten führen, um sie mit historischen Ereignissen und Personen vertraut zu  machen.