Pioniere und FDJ Das DDR-Zimmer Drei Ecken hatte das Pionierhalstuch. Sie sollten die drei Seiten symbolisieren, von denen die Erziehung des  jungen Menschen erwartet wurde: Schule, Elternhaus und Pionierorganisation. Die wurde 1948 gegründet und  war eine Unterorganisation der FDJ, der Freien Deutschen Jugend, für die Sechs- bis Vierzehnjährigen. Bis zur  vierten Klasse trugen die “Jungpioniere” ein blaues Halstuch. Danach wurden sie bis zum Eintritt in die FDJ - mit  14 - “Thälmannpioniere” mit rotem Halstuch. In den 80er Jahren waren 99 Prozent aller Schulkinder Mitglied der  Organisation.   Die Pioniere waren angehalten, freundlich und nett zu sein, älteren Menschen zu helfen und Spenden für Kinder  in ärmeren Ländern zu sammeln. Zu ihren Aufgaben gehörte es jedoch auch, sich mit der Geschichte der SED  und der DDR zu befassen. In den Pionierhäusern und -palästen sowie in der Schule wurde an den  Pioniernachmittagen gebastelt, gespielt und Sport getrieben - eben alles, was Kindern Spaß macht. Pionierhäuser  gab es in vielen Städten, Pionierpaläste in mehreren Großstädten wie z. B. in Dresden.  Einen Höhepunkt im Pionierleben bildete mit 14 Jahren die Jugendweihe, die symbolische Aufnahme in den Kreis  der Erwachsenen. Sie sollte ein Pandant zur Konfirmation sein. Dass diese Feier ihren Ursprung in der Weimarer  Republik hat, war ein Fakt, der in der DDR kaum eine Rolle spielte. Die jungen Leute gelobten, sich für den „Arbeiter- und Bauernstaat“  einzusetzen, für die Völkerfreundschaft mit der Sowjetunion und den sozialistischen Ländern, für die „entwickelte sozialistische Gesellschaft“  unter Führung der Partei und zum Kampf gegen die „imperialistische Bedrohung“.  Die FDJ wurde bereits 1946 gegründet. In ihrem Gründungsstatut heißt es: “Die FDJ ist eine einheitliche sozialistische Massenorganisation der  Jugend der DDR, die in ihren Reihen auf freiwilliger Grundlage junge Menschen vereint.” In Wirklichkeit ebnete die Mitgliedschaft im späteren  Leben viele Wege. Wer die Erweiterte Oberschule besuchen wollte, musste FDJ-Mitglied sein. Auch für einen Studienplatz an einer Fachschule  oder einer Universität brauchte man eine gute Beurteilung von der Jugendorganisation. Wer sich bei Arbeitseinsätzen der FDJ oder gar bei  Jugendobjekten hervor getan hatte, dessen Chancen stiegen erheblich an.   Die FDJ zeichnete für zahlreiche Veranstaltungen für Jugendliche, auch für Discos, verantwortlich.  Sie unterhielt ein eigenes Reisebüro für  junge Leute: “Jugendtourist”.  Außer der FDJ gab es die GST, die “Gesellschaft für Sport und Technik”. Zu ihrer Aufgabe gehörte u.a. die vormilitärische Ausbildung. So  konnten interessierte Jugendliche frühzeitig mit Autos oder Motorrädern fahren. Wer jedoch als Pilot mit einem Segelflugzeug fliegen wollte  musste spezielle Bedingungen erfüllen. Der Weg über die Westgrenze wäre sonst zu verlockend gewesen...