Das Erziehungsziel Die DDR definierte für die Schule im § 1 des 1965 verabschiedeten Bildungsgesetzes als Vorgabe: „Das  Ziel des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems ist eine hohe Bildung des ganzen Volkes, die  Bildung und Erziehung allseitig und harmonisch entwickelter sozialistischer Persönlichkeiten, die  bewusst das gesellschaftliche Leben gestalten, die Natur verändern und ein erfülltes, glückliches,  menschenwürdiges Leben führen.“ Dieser Erziehungsprozess sollte bereits in frühester Kindheit  beginnen und alle Bereiche des Lebens intigrieren, sowohl die Arbeitswelt, die Freizeit als auch die  Privatsphäre. Jeder war angehalten sich an diesem Prozess bewußt zu beteiligen. Eine sozialistische  Lebensweise war also einerseits das Ergebnis der Entwicklung der Menschen zu  sozialistischen  Persönlichkeiten und andererseits die Voraussetzung der sozialistischen Persönlichkeitsentwicklung.  Das Schulwesens baute auf betont repräsentative Selbstdarstellung der DDR in Abgrenzung gegen bürgerliche Schulsysteme, auch auf Wissenschaftlichkeit, Parteilichkeit und Lebensverbundenheit der Bildung als bestimmende Prinzipien des Bildungswesens. Das einheitliche Bildungssystems der DDR war zentralistisch organisiert. Es sollte in der Theorie allen  Kindern und Jugendlichen,  unabhängig von Geschlecht, Abstammung, sozialer Herkunft und Wohnort,  gleiche Bildungschancen auf hohem Niveau ermöglichen. Kern dieses Systems war die zehnklassige  allgemeinbildende polytechnische Oberschule (POS). Die Lehrpläne, die für die gesamte DDR  einheitlich waren, sahen vor, in den einzelnen Fächern neben den fachspezifischen Inhalten immer auch  sozialistische Werte und Weltanschauung zu vermitteln. Das betraf nicht nur  gesellschaftwissenschaftliche Fächer wie Geschichte, sondern auch naturwissenschaftliche, Mathematik  und Deutsch. Die Lehrer waren angehalten, Kinder von Arbeitern und Bauern so zu fördern, dass sie zu  den Besten der Klasse gehörten. Das führte zu einem scharfen Wettbewerb um die EOS-Plätze, denn  nur einige wenige Schüler/innen durften unter bestimmten Voraussetzungen im Anschluss an die POS  die Erweiterte Oberschule (EOS) besuchen und dort das Abitur ablegen. Die Anzahl war pro Klasse auf  zwei bis drei begrenzt, ebenso die spätere Zulassung zur Imatrikulation an einer Hochschule oder  Universität. Sie war nicht nur von den Leistungen der Jugendlichen abhängig, sondern auch von ihrer  politischen Zuverlässigkeit und der sozialen Herkunft. Kindern aus oppositionellen oder christlichen  Elternhäusern wurde der Zugang zu höherer Bildung oft versagt.  Das Bildungssystem der DDR hatte jedoch auch positive Seiten. Es war klar und übersichtlich  organisiert, Lehrpläne und Lehrziele waren von der ersten Klasse bis zum Abitur in allen Bezirken  einheitlich. Die Lehrpläne bauten logisch aufeinander auf, und es gab im gesamten Land einheitliche  Lehrbücher.    Das DDR-Zimmer