Das Schulsystem Das Schulsystem der DDR war auf die "Einheit von Bildung und Erziehung" orientiert, d. h. sowohl auf eine  fundierte Wissensvermittlung als auch auf eine entsprechende politisch-ideologische Erziehung. Deswegen  durchzog die Ideologie der DDR die Inhalte mehrerer Schulfächer, insbesondere Gesellschaftskunde,  Geschichte und auch Biologie. Die Jugendlichen sollten sich mit dem Staat identifizieren und vollwertige  Mitglieder der "sozialistischen Gesellschaft" werden. Zur schulischen Ausbildung gehörten ebenso  Wehrerziehung und vormilitärische Ausbildung. Daraus resultierten neben fachlichen auch politische  Anforderungen an die Lehrer.   Das Bildungssystem erfuhr zwei gravierende Einschnitte:  1959 wurde mit dem “Gesetz über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens” die  allgemeinbildende  polytechnische Oberschule eingeführt. Von nun an waren 10 Jahre Schulunterricht für alle Schüler  verbindlich.  1965 erschien das “Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem”. Das gliederte sich in Kindergrippen (bis zum 3. Lebensjahr) Ihre Hauptaufgabe war die Pflege der Kinder Es gab eine  umfangreiche medizinische Betreuung mit regelmäßigen Untersuchungen. Sprachstörungen nahm sich  beispielweise ein Logopäde an. Der Tagesablauf war im 1. Lebensjahr auf Sport und viel Bewegung an der  frischen Luft, im 2. auf Intelligenz prägende Spiele, Musik, Malen usw. und während der gesamten Zeit auf  die Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehungen ausgerichtet. Säuglingsschwester und  Kinderkrippenerzieherin waren in der DDR akademische Berufe und erforderten  einen Fachschulstudium.   Kindergarten (4. bis 6. Lebensjahr) Seine Aufgabe war es, die Kinder bis zur Schulreife zu fördern. Dazu  hatten die Kindergärtnerinnen einen eindeutig formulierten Bildungsauftrag. Die Kinder lernten rechnen mit  Rechenstäbchen, Singen, bildnerisches Gestalten usw. Sie sollten jedoch auch im Sinne des Sozialismus  erzogen werden. In den wenigen konfessionellen Kindergärten gab es diesen Auftrag nicht.  Die Polytechnische Oberschule Sie war seit 1959 der grundlegende Schultyp der DDR und gliederte  sich zunächst in die Unterstufe (1.- 4. Klasse) und die Oberstufe (5. - 10. Klasse). Ab 1965 gab es drei  Stufen: Unterstufe (1. - 3. Klasse), Mittelstufe (4. - 6. Klasse), Oberstufe (7. - 10. Klasse). Das  Abgangszeugnis der 9. Klasse wird heute einem Hauptschulabschluss gleichgesetzt.  Die Erweiterte Oberschule ( bis 1983 9. - 12., danach nur noch 11. - 12. Klasse) war die höchste  allgemeinbildende Ausbildungsmöglichkeit. Wer sie besucht hatte, konnte das Abitur ablegen. In den 60er  Jahren war ihr Besuch mit einer Berufsausbildung in ausgewählten Fächern verbunden. Diese Möglichkeit  bestand später auch noch, indem man nach der 10. Klasse eine dreijährigen Berufsausbildung absolvierte  und parallel dazu  des Abitur erwarb. Ein Sonderweg zu diesem Ziel führte während der ersten Jahre der  DDR über die Arbeiter- und Bauernfakultäten (ABF). An der EOS war die Zulassung zum Abitur während  der ganzen Zeit der DDR an Voraussetzungen geknüpft. Der Betreffende sollte möglichst der  Arbeiterklasse, mit Einschränkung der Intelligenz, entstammen und musste eine gewisse "politische  Zuverlässigkeit" bewiesen haben.  Sonderschulen sollten körperlich und geistig behinderten Kindern im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine  gewisse Bildung vermitteln, damit sie ihren Platz in der Gesellschaft finden konnten. Zu diesem Schultyp  zählten auch Hilfsschulen für lernbehinderte Kinder, Blinden-, Sehschwachen- und Schwerhörigenschulen  sowie Schulen für nervengeschädigte Kinder.  Spezialschulen dienten der Hochbegabtenförderung. Sie gab es u.a. für Naturwissenschaften,  Mathematik, Musik, Elektronik und neue Sprachen. Zu diesem Typ zählten auch die Diplomatenschulen.  Die Volkshochschule Als "Abendoberschule der Werktätigen" diente sie dazu, Schulabschlüsse  nachzuholen, insbesondere das auf dem ersten Bildungsweg wegen der Zulassungskriterien nur schwer zu  erreichende Abitur. Die Ausbildung orientierte sich an den allgemeinen Lehrplänen der entsprechenden  Klassenstufen. Das DDR-Zimmer