Die Jahre 1945 - 1949 Das DDR-Zimmer Im August 1945 beauftragte die SMAD, die Sowjetische Militäradministration in  Deutschland, die im Juli gebildete Zentralverwaltung für Volksbildung damit, die Aufnahme  des Schulunterrichts in der sowjetischen Besatzungszone zu organisieren. In Sachsen  stellte dazu wenige Wochen später die  Döbelner Konferenz der „Kommunistischen Lehrer  Sachsens“ die Weichen für die „antifaschistisch-demokratische Umgestaltung“ des  sächsischen Schulwesens. In den Vordergrunds stellte sie dabei die Entnazifizierung von  Altlehrern und die Ausbildung von Neulehrern. Der erste Kurs begann bereits am 23. August  mit 55 Teilnehmern in der Heimschule für Lehrerbildung in Dresden Wachwitz. Zahlreiche  weitere im ganzen Land sollten ihm folgen.  Vorwiegend Neulehrer waren es auch, die im Oktober den Unterricht an den wieder  geöffneten Schulen übernahmen. In Dresden begann er am 1. Oktober. Nach der  Bombennacht vom 13. Februar musste die Stadt eine erschreckende Bilanz verzeichnen  (Foto: die Innenstadt) 70 Schulen waren völlig zerstört, 46 teilweise, nur 22 erhalten  geblieben. Der Zustand der erhaltenen war teilweise erbärmlich, die Fenster mit Pappe  vernagelt. Im kalten Winter 1945/46 konnte kaum Unterricht stattfinden, weil es keine Heizung gab. Manche Schulen wichen darauf aus, die  Kinder in den Wohnzimmern der Eltern zu unterrichten, andere versuchten, sich mit eisernen Kanonenöfen zu behelfen, deren Rauchabzug  durch die Fensteröffnungen geführt war. Beheizt wurden sie mit von zu Hause mitgebrachten Briketts.  Mit dem“Gesetzes zur Demokratisierung der deutschen Schule“ vom Mai 1946 wurde das dreigliedrige Schulsystem von Volks-, Mittel- und  höheren Schulen beseitigt. An ihre Stelle trat ein neues Schulsystem: Auf die für alle vorgeschriebene gemeinsame achtjährige Grundschule  folgte die  vierjährige Oberschule mit neusprachlichem (A), mathematisch-naturwissenschaftlichem (B) und altsprachlichem Zweig (C) - in  den späten 1950er Jahren vorübergehend auch eine zweijährige Mittelschule - bzw. eine dreijährige Berufsausbildung. Privatschulen wurden  aufgelöst, der Religionsunterricht aus der Schule verbannt, eine spezielle Mädchenbildung aufgehoben und Fremdsprachen- sowie  naturwissenschaftlicher Unterricht obligatorisch ab Klasse 5 eingeführt. Fremdsprache war fast überall Russisch.  Auch in Dresden bildeten sich die neuen Schulstrukturen nur schrittweise heraus. Besonders deutlich wurde das an den entstehenden  Oberschulen, die in mehreren Fällen durch Zusammenlegung von ehemaligen Schulen für Mädchen und für Jungen entstanden. So wurde  beispielsweise die „Oberschule für Mädchen“ in der Weintraubenstraße (ehemalige „Neustädter Höhere Mädchenschule“) 1947/48 zur  „Oberschule für Jungen und Mädchen Dresden-Nord“ und 1952/53 zur “Oberschule Nord”. In ihr waren die Dreikönigsschule, die  Oberrealschule Dresden-Neustadt, das Staatsgymnasium „Freiherr-von-Fletcher-Schule“, das bis 1948 existierte, vereinigt.   An den Hochschulen entstanden 1949 sogenannte Arbeiter- und Bauernfakultäten - ABF. Sie sollten es Kindern bisher unterprivilegierter  Schichten ermöglichen, das Abitur zu erwerben, um ein Hochschulstudium aufnehmen zu können.  Das 1949 geschaffene Ministerium für Volksbildung der DDR sorgte in den folgenden Jahren für eine zunehmend einheitliche ideologische  Ausrichtung der Lehrpläne, der Lehrbücher und aller Unterrichtsmedien.  (Quelle: Dr. Ulrich Amelung “Das Schulwesen in der SBZ/DDR”